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Projekt ISI & Berliner Tafel: Herausforderungen gemeinsam angehen! Interview mit Frau Sabine Werth, Vorstandsvorsitzende der Berliner Tafel e.V.


Frau Werth, im Oktober 2007 hat die sbh einen Standort bei der BERLINER TAFEL in der Beusselstr. 44 n-q eröffnet. Seitdem werden dort über das Projekt ISI der sbh täglich circa 30 GeldstraferInnen beschäftigt und durch die sbh-Mitarbeiterinnen vor Ort betreut. Was hat Sie veranlasst, diese Kooperation mit der sbh einzugehen?

Die sbh und die Berliner Tafel hatten auch schon in den Jahren vor dieser speziellen Zusammenarbeit gute Arbeitskontakte und so lag es auf der Hand, hier auch eine neue Herausforderung gemeinsam anzugehen.

Was hat sich seitdem Start des sbh-Projektes bei der BERLINER TAFEL verändert?

Wir haben die Zusammenarbeit durch das Projekt vertiefen können und - und das ist mit besonders wichtig - wir haben auch für unsere anderen MitarbeiterInnen, die nicht über "Arbeit statt Strafe" bei uns sind, sozialarbeiterische Beratung vor Ort. Es kam vor ISI immer wieder vor, dass ich auf spezielle Probleme bei den Schulden, der Mietsituation, dem Sorgerecht oder ähnlichen Dingen angesprochen wurde. Ich war die einzige Sozialarbeiterin vor Ort, aber ich kam ständig an meine Grenzen. Zum einen, weil ich schon seit Jahren nicht mehr als Sozialarbeiterin tätig bin, zum anderen, weil meine Zeit es überhaupt nicht erlaubt hat.


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Vorstandsvorsitzende Frau Werth und
Geschäftsführerin Frau Grohs-Frihs (re.)


Aufgrund der positiven Erfahrungen und dem gemeinsamen Wunsch nach Erhöhung der Beratungspräsenz folgend, wurde ein Büroraum vom gemeinnützigen Beschäftigungsgeber der sbh (gbg) umgebaut. Was versprechen Sie sich von der Präsenz eines weiteren sbh-Mitarbeiters im neugeschaffenen Büro vor Ort?

Die Probleme aller hier im Einsatz befindlichen Menschen werden immer größer. Es handelt sich ja schon lange nicht mehr um Ehrenamtliche, denen es wirtschaftlich und auch sonst gut geht, sondern wir haben hier viel MAE Kräfte über verschiedenen Beschäftigungsträger. Alle diese Menschen haben immer wieder Probleme, die mit der zusätzlichen Fachkraft wunderbar beantwortet werden können.

Was hat Sie am Konzept und an der der praktischen Umsetzung des Projektes ISI beeindruckt?

Konzept und Umsetzung sind gut und wichtig! Wir haben hier Menschen, denen das Leben nicht wirklich gut mitgespielt hat und die bei der Berliner Tafel einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen können. Einige von denen, die nun in der Lage sind, der Gesellschaft auch einmal etwas zurückgeben zu können, empfinden das als sehr positiv.

Wovon würden Sie sich mehr wünschen?

Noch eine dritte SozialarbeiterIn?!!?


Das Büro der sbh bei der Berliner Tafel


Welche Chancen und Möglichkeiten für die Fortführung der Zusammenarbeit zwischen der Berliner Tafel und der sbh sehen Sie nach Beendigung des Modellprojektes ISI?

Das hängt ausschließlich von der sbh ab, wir sind bereit!

Wenn Sie hinsichtlich der bisherigen Erfahrungen und der Zusammenarbeit zwischen der BERLINER TAFEL und der sbh ein kurzes Resümee ziehen, wie lautet dieses?

Sehr konstruktiv, sehr innovativ, sehr gut! Ich möchte mich an dieser Stelle auch herzlich bei allen Verantwortlichen bei der sbh und den KollegInnen von ISI bedanken. Wir wissen die Unterstützung auch aus Berliner Tafel Sicht sehr zu schätzen!


Frau Werth, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Berliner Tafel auf dem Gewerbegelände an der Beusselstraße